Nur 3 1/2 Flugstunden und über die Straße von Gibraltar nur wenige Kilometer von Europa entfernt liegt Marokko. Die Gegensätze innerhalb dieser Länder könnten nicht größer sein. Marokko ist ein afrikanisches Land und doch ist es im Norden von Europa, besonders Spanien geprägt. Auch hat die Kolonialzeit der Franzosen dort deutliche Spuren hinterlassen. Das Land wird begrenzt von Atlantik, Mittelmeer, und weitläufigen Wüstengebieten im Süden und Osten. Das Atlasgebirge trennt das Land von Norden bis Süden mit Erhebungen über 4000 m in verschiedene Vegetationsbereiche. In den großen Städten wie Casablanca oder Rabat finden wir die pulsierende Hektik unserer modernen Welt, während auf der anderen Seite des Atlasgebirges die Zeit stehen geblieben scheint. Zunächst nur ein paar allgemeine Daten über Marokko. Viele kennen es nur wegen den bekannten Städten und sogenannten Königsstädten wie Marrakesch, Casablanca, Agadir, Fes und Meknes. Marokko gehört zu einer der wenigen fortbestehenden Monarchien der arabischen Welt - das Staatsoberhaupt ist seit 1999 König Mohammed VI. Der südlich von Marokko gelegene Teilstaat Westsahara befindet sich unter marokkanischer Verwaltung, sein politischer Status ist allerdings umstritten. Ein enges Verhältnis besteht traditionell zur ehemaligen Protektoratsmacht Frankreich (Unabhängigkeit seit 1956). Rund 30.000 Franzosen leben in Marokko. Im gegensatz dazu 720.000 Marokkaner in Frankreich. Wobei eine Ausreise von Marokkanern in europäische Länder grundsätzlich nicht möglich ist. Hierzu bedarf es besonderer Visa, die bei den europäischen Konsulaten eine Rarität darstellen. Die Wüstenbewohner - uns eine fremde Kultur Im Südosten Marokkos ist Zagora, die letzte große, zivilisierte Bastion. Das Tor zur Sahara. Zagora lebt überwiegend vom Tourismus, also den Menschen, die in die Wüste reisen möchten. Gelegentlich verirren sich auch Wohnmobilfahrer bis dorthin. In Zagora gibt es drei verschiedene Bevölkerungsgruppen: Araber, Harathin und Berber. Nur wenige Araber leben in Zagora. Meist sind es Lehrer oder Beamte. Sie sprechen arabisch und kommen oft aus den großen Städten des Nordens, um in Zagora zu arbeiten. Harathin sind die früheren Sklaven aus Schwarzafrika. Sie wurden vor allen Dingen von den Touareg als Leibeigene versklavt. Der größte Teil der Einwohner Zagoras sind Berber. Sie sprechen Thamazirt, eine von drei verschiedenen Berbersprachen in Marokko. Die Berber lernen erst in der Schule arabisch, weil die Amtssprache in Marokko arabisch ist. In der Schule wird außerdem französisch als Zweitsprache gelehrt. Durch die Kolonialherrschaft der Franzosen ist die Sprache sehr weit verbreitet und verdrängt leider mehr und mehr die Landessprache. Ab 7 Jahre gehen die Kinder in der Wüstenstadt zur Schule. Trotz bestehender Schulpflicht,  gibt es noch immer sehr viele Analphabeten in Südmarokko, da viele Familien das Schulgeld nicht bezahlen können oder als Nomaden durch die Wüste ziehen wie vor hundert Jahren. Als gemeinsame Religion haben die Berberstämme den Islam. Doch wird der Islam anders gelebt, als wir es uns immer wieder in den Medien erfahren. Geprägt durch die Einflüsse der Berberkultur entstand eine Mischung aus Religion, Magie und Mythos. Die Berber sind trotz aller Umbrüche und Unterdrückungen ein stolzes Volk geblieben. Anders wie die Araber in den Großstädten, sind Sie Fremden gegenüber eher zurückhaltend und respektvoll. Ihre Gastfreundschaft ist ehrlich und herzlich. Hat man einmal ihr Herz erobert, werden es Freunde fürs Leben. Hauptsaison für Wüstenreisende ist von Oktober bis April. In den Sommermonaten  verlassen viele Männer die Stadt, weil es nicht mehr genügend Arbeit um die Familie zu ernähren. Sie gehen in die Großstädte  und verdingen sich für wenig Lohn als Arbeiter. Die Frauen bleiben dann mit den Kindern zurück.  Sie sind für Haus uns Familie verantwortlich. Die Berberfrauen verschleiern sich nicht. Sie tragen je nach Region schwarze, reich verzierte Kleidung, die üppig mit bunten und glitzernden Pailletten bestickt ist.
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